Ich wurde weder als Geistheiler geboren, noch war ich ein Wunderkind. Aber ich habe schon immer etwas sensibler auf meine Umgebung gehört, auf das, was nicht laut ist.
Und auch etwas gesehen, was anderen verborgen blieb.
Diese Gabe kam nicht plötzlich. Sie wurde mir weitergegeben - im stillsten, heiligsten Moment meines Lebens:
Als meine Mutter im Sterben lag, wurden mir die SUPRÊME ARBEITEN aus alter Familientradition seelisch übertragen, man könnte auch sagen eingehaucht.
In diesem Augenblick ging etwas zu mir über, etwas, das nicht in Worte passt. Eine Aufgabe. Eine innere Kraft. Eine Verantwortung.
In unserer Familie gab es diese Fähigkeit schon früher - meine Mutter war selbst eine stille Helferin, eine gesuchte und geschätzte Heilerin.
Doch in meiner Jugend hatte ich wenig Interesse an alledem. Ich lebte ein anderes Leben, glaubte, das sei nicht „mein Weg“.
Aber mit der Zeit ließ sich die Wahrheit nicht mehr übersehen.
Ich begann zu spüren, was andere nicht spürten.
Ich wusste Dinge, ohne sie je gehört zu haben.
Und irgendwann wurde klar: Diese Gabe verlangt, dass ich ihr diene - nicht mir selbst.
Ein weiterer Wendepunkt war eine längere Zeit in Afrika, die ich vorwiegend in Zentral-Afrika und speziell in Gabun verbrachte.
Dort begegnete ich traditionellen Heilern, Medizinmännern, Aladjis, Zeremonien, und auch den dunklen und lichten Formen der Magie - Voodoo, Ahnenarbeit, spirituelle Reinigung.
Ich habe gesehen, was wirkt - und was zerstört. Diese Erfahrungen haben mich tief geprägt, haben mein Verständnis von Energie, Schutz und geistiger Wahrheit erweitert.
Sie haben mir gezeigt, wie fein die Linie zwischen Hilfe und Manipulation ist. Und wie wichtig es ist, mit Demut zu wirken.
Ich bin nicht hier, um zu beweisen, was wirkt. Ich bin hier, weil ich gerufen wurde.
Was ich tue, geschieht nicht aus mir selbst heraus, sondern in Verbindung mit einer Kraft, die größer ist als unser Verstand.
Heute begleite ich Menschen, die mit dem Rücken zur Wand stehen.
Menschen, die sagen: „Ich habe alles versucht, aber nichts hat geholfen.“
Für all jene bin ich da. Still, klar, mit allem, was mir gegeben wurde.
Wenn Sie hier sind, haben Sie vielleicht schon vieles erlebt. Vielleicht tragen Sie etwas in sich, das Sie nicht benennen können.
Ich höre zu - auch auf das, was Sie selbst noch nicht in Worte fassen können.
Lucas Scherpereel
Heiler aus der Ferne
Lucas Scherpereel bittet mich, kurz zu warten. Draußen vor dem Fenster zieht ein Schwarm Stare in perfekter Formation über die Dächer. Er beobachtet sie schweigend, als würde er in ihnen etwas lesen, das mir verborgen bleibt. Dann dreht er sich um, lächelt still und sagt: „Jetzt können wir anfangen.“
Lucas ist ein Mann, dem man nicht sofort ansieht, womit er seinen Lebensweg beschreitet. Kein Theatralik, keine Gewänder, keine mystischen Symbole an den Wänden. Stattdessen: ein schlichter Raum, gedämpftes Licht, ein leises Knistern im Kamin. Und doch liegt eine besondere Stille in diesem Haus – eine, die sich anfühlt, als würde die Luft selbst zuhören.
Er genießt internationalen Ruf. Hochrangige Persönlichkeiten, die anonym bleiben möchten, sollen durch ihn Heilung gefunden haben. Ärzte und Krankenhäuser empfehlen ihn weiter – eine Tatsache, die er selbst mit einem leisen Staunen erwähnt, als könne er es noch immer nicht ganz fassen.
– Was hat Sie persönlich zur Geistheilung geführt, und wie haben Sie entdeckt, dass Sie eine heilende Gabe besitzen?
„Meine Gabe kommt aus einer langen Familientradition. Meine Mutter heilte Menschen, Tiere und Kinder mit ihren Händen und speziellen Ritualen. Dieses Wissen wurde liebevoll an mich weitergegeben, als sie aus dem Leben schied. Es brauchte dann aber noch einige Zeit, und ein bestimmtes Erlebnis in Afrika – eine Initialzündung, wenn man so will – bis ich bereit war, in die Fußstapfen meiner Mutter zu treten.“
Lucas hält inne. Das Wort Afrika hängt im Raum wie ein Ton, der langsam verhallt. Ich frage nach.
– Was geschah in Afrika?
„Es war ein Dorf im Innern des Landes, dessen Namen ich nie ausspreche – nicht aus Geheimhaltung, sondern weil er mir heilig ist. Ein Kind lag im Sterben, Fieber, das keine Medizin mehr brach. Die Ältesten sahen mich an, als wäre ich nicht zufällig dort angekommen. Ich legte meine Hände auf das Kind und betete – nicht mit Worten, sondern mit allem, was ich war. Am nächsten Morgen saß das Kind und aß. Ich wusste: Das war kein Zufall. Das war ein Auftrag.“
– Wie würden Sie Geistheilung für jemanden beschreiben, der mit dieser Art der Heilung noch nie in Berührung gekommen ist?
„Geistheilung ist für mich eine spirituelle Unterstützung und Hoffnung in Situationen, wo andere Wege versagen. Ich arbeite durch heilende Hände, Gebete und Medialität, um den Menschen Kraft und Wohlergehen zurückzubringen.“
Er überlegt kurz, als suche er nach einer Brücke.
„Stellen Sie sich vor, ein Baum verliert alle Blätter. Die Wissenschaft kann die Blätter zählen, den Boden analysieren, das Wasser messen. Aber irgendetwas im Baum selbst will nicht mehr. Dieses Etwas – dieser unsichtbare Lebenswille – das ist es, womit ich arbeite.“



